Jul 14 2010

on a personal note

_filme oder serien, die meiner meinung nach eine besondere erwähnung verdienen, sind auf meinem filmblog zu finden.

_interessante bücher mit außergewöhnlichem cover findet man auf meinem buchblog.

p.s. das ist der 500. blogeintrag. wenn ich mal alt bin und viel zeit habe, schaue ich mir vielleicht mal
alle einträge an.


Jul 12 2010

dritter platz.

es ist wm und deutschland hat gewonnen. 3:2 gegen uruquay. nur niemanden interessiert es. keine autokorsos, kein gehupe, keine jubelnden fanmassen, die durch die stadt laufen und keine “schland”-rufe.

ach ja, ich habe vergessen, dass der dritte platz nichts zählt, sondern nur der sieg. “dritter waren sie ja bei der letzten wm schon” und “ich bin enttäuscht, dass sie nicht im finale sind. mich interessiert der dritte platz nicht” waren die antworten auf die frage, warum sich denn niemand auf den dritten platz freut. bezogen auf die leistungsgesellschaft bedeutet das ja nichts anderes, als das die nationalmannschaft verlierer sein müssten.

ich kann mit einer solchen denkweise nichts anfangen. ich bin zwar kein fan, im grunde war mir die wm egal, aber ich finde ein dritter platz ist sehr gut. im vorfeld der wm hagelte es kritiken und jeder, ob experte oder fan, war froh, wenn die truppe die vorrunde überstehen würde. jetzt sind sie bis ins halbfinale gekommen und es ist immer noch nicht zufriedenstellend. zu den deutschen tugenden gehört scheinbar nicht, einfach mal zufrieden zu sein. schade.


Jul 10 2010

philosophenkaiser

marcus aurelius war ein römischer kaiser und philosoph. seine herrschaft über das römische reich dauerte knapp zwanzig jahre. in dieser zeit hat er  meist gegen barbaren (germanen und parther) gekämpft. marcus aurelius oder marc aurel gilt als letzter bedeutender stoiker, so zählen vernunft, gleichmut, innere ruhe und gelassenheit zu seinen obersten geboten. altbundeskanzler helmut schmidt zählt deshalb marcus aurelius zu seinen größten vorbildern. aurelius’ werk “selbstbetrachtungen”, das der kaiser im feldlager geschrieben hat, diente schmidt als ratgeber im zweiten weltkrieg.

zu filmischer berühmtheit kam aurelius unter anderem durch die darstellung des großartigen richard harris in dem film “gladiator”. in einer szene des films, fragt er sich, ob er nach seinem tod der nachwelt als philosoph in erinnerung bleibt.

sein werk “selbstbetrachtungen” dreht sich um seine jugend und ausbidlung und seine philosophische weltanschauung. man könnte natürlich sagen, was interessieren mich die ansichten eines alten mannes, der vor tausenden jahren mal gelebt hat, aber dafür ist sein werk zu mitreissend und zu zeitlos:

Bald - und du hast alles vergessen. Bald - und alles hat dich vergessen.

Tu nicht, als wenn du Tausende von Jahren zu leben hättest. Der Tod schwebt über deinem Haupte. So lange du noch lebst, so lange du noch kannst, sei ein rechtschaffener Mensch.

Übe dich auch in den Dingen, an denen du verzweifelst.

Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern daß man nie beginnen wird, zu leben.

Unser Leben ist das, wozu es unser Denken macht.

Der Tod lächelt uns alle an, das einzige was man machen kann ist zurücklächeln!

Vergiss nicht: Man benötigt nur wenig, um ein glückliches Leben zu führen.

Es ist so leicht, unwillkommene und unliebsame Gedanken zurückzuweisen und schon hat man seine Ruhe wieder.

Die beste Art, sich zu rächen: Nicht Gleiches mit Gleichem vergelten.

Mache dich von deinen Vorurteilen los, und du bist gerettet.

Wenn du dir selber ein Freude machen willst, dann denk an die Vorzüge deiner Mitmenschen.

Wenn du besonders ärgerlich und wütend bis; erinnere dich; daß das Leben nur einen Augenblick währt.

Die beste Art sich zu wehren, ist sich nicht anzugleichen.

Ich habe mich stets gewundert, warum jeder sich selbst am meisten liebt, aber seines Nachbarn Meinung über sich höher schätzt als seine eigene.

ich finde es faszinierend, dass vieles von marcus aurelius gedanken auch heute noch ihre gültigkeit haben. vielleicht ist das so, weil menschen im grunde immer noch dieselben sind oder sich zumindest nicht sehr viel geändert hat im laufe der jahrtausende.


Jul 4 2010

quäl dich, du sau!

das hat udo bölts bei der tour de france 1997 zu seinem teamkollegen jan ullrich gesagt. damit hat er ullrich angetrieben, eine schwere bergetappe in den vogesen zu überstehen und so die zu tour zu gewinnen.

sport ist eine qual. man muss sich quälen und “dem körper unmissverständlich klar machen, dass die ganze strapaze einen guten grund hat”, wie der schriftsteller haruki murakami in seinem buch “wovon ich rede, wenn ich vom laufen rede” treffend formuliert. man muss den muskeln quasi zeigen, wer das sagen hat.

am schwersten ist das natürlich als anfänger. da haben sie noch die oberhand. ich habe seit ein paar monaten wieder angefangen zu laufen. meine mitbewohnerinnen sind sportcracks und da ist das natürlich sehr einfach sich zu motivieren. am schwierigsten ist es bei hitze zu laufen. man hat eigentlich keine lust. man denkt nur an wasser. man möchte sich am liebsten die kleider vom leib reißen, weil es so unerträglich heiß ist und man dazu sich noch anstrengen muss. wenn man vor dem laufen noch etwas salziges gegessen hat, ist es aus. dann ist es eine endlose qual. natürlich darf man das nicht denken. es geht ja darum, den körper zu bezwingen, dem inneren schweinehund quasi in den hintern zu treten. die qual lohnt sich aber. immer und immer wieder. irgendwann steigert sich die ausdauer, die atemtechnik verfeinert sich und das lauftempo beginnt gleichmäßig zu werden. irgendwann macht es auch sehr viel spaß.

so wie beim “woman’s run” in frankfurt – mein erster lauf in meinem leben. kleine anekdote nebenbei: als gimmick gab es rosa laufshirts von reebok mit der aufschrift “favoritin”. da ich rosa nicht mag, freiwillig kein shirt in dieser farbe anziehen würde und auch kein fan von geschlechterklischees bin, habe ich darauf verzichtet es anzuziehen und habe es meiner schwägerin geschenkt. prompt wurde ich in der umkleidekabine gefragt, warum ich denn ein grünes und nicht das rosafarbene shirt trage.  meine antwort verwunderte zwar, aber ich stehe zu meinen prinzipien.

beim lauf selbst bin ich gestürzt und habe mich am knie verletzt. am knie war eine offene wunde, die vor blut triefte. von laufen konnte jetzt keine rede mehr sein. eher humpeln und irgendwie laufen. ich hatte keine lust mehr, wollte aufgeben und die sanitäter zu mir rufen. doch aufgeben? jetzt? aufgeben ist keine option. also habe ich mich gequält und bin in 42 min. die 5 km-strecke gelaufen. 5km ist nicht viel, aber als anfängerin war das völlig ok für mich. die zeit war auch ok. das ich nicht aufgegeben habe und trotz verletzung ins ziel gekommen bin, macht mich stolz.

die quälerei lohnt sich immer und irgendwann versteht der körper das auch.


Jul 1 2010

studiosus

ab oktober studiere ich wieder. kulturwissenschaften, genauer gesagt  geschichte und philosophie. an einer fernuni und in teilzeit, das heißt neben dem job. ich freue mich sehr darauf, denn die letzten monate und wochen habe ich stärker denn je gemerkt, dass ich noch mal studieren will und muss. mein geist wäre sonst glaube ich eingeschlafen und das wäre früher oder später nicht mehr gut gegangen.

geschichte, weil ich mich sehr dafür interessiere und ich es wahnsinnig spannend finde. wenn man die gegenwart und später die zukunft verstehen will, kommt man um geschichte einfach nicht drumrum. als nebenfach studiere ich philosophie und freue mich auch hier sehr, meinen horizont zu erweitern.

es wird nicht einfach und es ist sicher anstrengend, aber ich liebe herausforderungen. außerdem, was gibt es schöneres, als sich auf etwas neues, unbekanntes einzulassen und alte, abgetretene pfade, sprich routine und alltag hinter sich zu lassen?


Jun 21 2010

meditation.

lange nichts mehr geschrieben. dafür viel gelesen, das wetter genossen (wenn es denn mal schön war) und viele nette und liebe menschen kennengelernt. schon komisch, dass die meisten von ihnen mit social-media und andere medienhypes nicht viel zu tun haben. facebook ist noch ok, aber sonst? twitter? foursquare? apple? ipad? iphone? blackberry? fehlanzeige. und das ist wunderbar und verdammt erfrischend! mir persönlich geht das ipad und mittlerweile apple ziemlich auf die nerven, aber das ist eine andere geschichte.

anyway. lesen. das könnte bald zum problem werden, denn ich kaufe mir fast jeden tag neue bücher. in der buchhandlung kennt man mich mittlerweile mit dem namen, was mir schon etwas peinlich ist. in letzter zeit habe ich zum beispiel sartre, camus, dostojewski und capote gelesen. das sind alles wunderbare schriftsteller, die alle wundervolle bücher geschrieben haben. ich wünschte, ich hätte bücher von dostojewski schon früher gelesen. schuld und sühne beispielsweise. wie dostojewski das psychogramm eines mörders zeichnet, ist schon unglaublich beeindruckend. wunderbar ist auch, wie er die charaktere und deren von bitterer armut gezeichneten umgebung beschreibt. das ist weltklasse. das muss man nicht unbedingt gelesen haben, aber man kann es. und wenn man es tut, bekommt man gänsehaut und möchte für lange zeit nichts anderes lesen. überhaupt die russische literaur. viel zu lange habe ich sie vernachlässigt. gogol, tolstoi, puschkin. das wird alles nachgeholt. ich weiß auch nicht, warum ich in letzter zeit so ein bedürfnis habe zu lesen. ich habe eigentlich gar keine zeit dafür. meistens lese ich im bus oder tram und ärgere mich, dass ich nicht genügend zeit habe. oder im park. ich könnte stundenlang im park herumliegen und lesen. lesen ist wie meditation. eine lange reise durch das kopfkino.

eine frage, die mich schon länger beschäftigt ist warum ist es eigentlich ok, zu erzählen, welchen film man gerade gesehen hat oder welche musik man gerade gehört hat. aber es grenzt schon an ein no-go zu erzählen, welches buch man gerade gelesen hat und warum man es weiterempfiehlt. liegt es am image vom buch, das nunmal ein älteres medium ist als film oder musik? warum ist das so? wenn person x erzählt, sie hätte den faust gelesen und fand die erzählung gut, dann wird sie doch garantiert schief angeguckt. kann sein, dass ich mich täusche, aber ich befürchte nicht. muss man sich schämen, weil man lieber zu goethe als zu tommy jaud oder cecila ahern greift? man gilt ja schnell als arrogant und überheblich, wenn man über bücher spricht oder schreibt. aber was soll das? ist es weil man sich bei bücher mehr “anstrengen” muss, sich nicht zurücklehnen kann, sondern den kopf einschalten muss? oder woher kommen diese vorbehalte? ich weiß es nicht. ich finde es jedenfalls ziemlich dämlich. für mich haben die drei medien buch, film und musik den gleichen stellenwert. das eine medium je nach laune mal einen höheren als die anderen.

ps: wer sich fürs lesen begeistert, dem empfehle ich, “ich habe einen traum” von ozzy osbourne zu lesen. es ist sehr berührend.


Jun 13 2010

history repeats itself

Und was hat die Zivilisation in uns besänftigt? Die Zivilisation bringt im Menschen nur Differenziertheit der Empfindungen hervor und … nichts weiter. Aber gerade durch die Pflege dieser Differenziertheit wird der Mensch womöglich noch so weit gehen, dass er auch im Blutvergießen einen Genuß finden wird. So etwas ist bei ihm schon vorgekommen. Ist Ihnen nicht aufgefallen, dass die schlimmsten Blutvergießer fast ausnahmslos höchst zivilisierte Herrschaften waren, denen all diese Attilas und Stenka Rasins nicht das Wasser reichen konnten? (…) Jedenfalls wurde der Mensch durch die Zivilisation, wo nicht noch blutrünstiger, so doch gewiß blutrünstig auf üblere, gemeinere Art. Früher hielt er das Blutvergießen für Gerechtigkeit und vertilgte mit ruhigem Gewissen, wen er zu vertilgen hatte; jetzt aber halten wir das Blutvergießen zwar für eine Gerechtigkeit, können aber von dieser Gemeinheit nicht lassen und treiben es ärger denn je. Was ist schlimmer? – Entscheiden Sie selbst. Man erzählt, Kleopatra (…) habe besonders gern mit goldenen Nadeln in die Brüste ihrer Sklavinnen gestochen und sich an ihren Schreien und Krämpfen ergötzt. Sie werden einwenden, dass dies in einem relativ barbarischen Zeitalter gewesen sei, dass wir auch jetzt noch in einem barbarischen Zeitalter leben, denn (wiederum relativ gemeint) auch jetzt steche man noch mit Nadeln, und dass der Mensch auch jetzt noch, obwohl er schon gelernt habe, zuweilen klarer zu erkennen als in barbarischen Zeiten, bei weitem nicht gewöhnt sei, so zu handeln, wie ihm Vernunft und Wissenschaft gebieten.

Fjodor Dostojewski – Aufzeichnungen aus demKellerloch (Fischer Taschenbuch Verlag,  ISBN 978-3-596-90102-9), erschienen in der Zeitschrift Epocha (1864)


Mai 13 2010

die verwandlung

vor nicht allzulanger zeit führte ich mit jemanden ein längeres gespräch. je länger es dauerte, desto schlimmer wurde es. die zeit verging unglaublich langsam, die sekunden wurden zu minuten und die minuten zu stunden. irgendwann wurde mir schlecht, denn ich bemerkte wie unglaublich häßlich diese person ist. nicht äußerlich, aber innerlich. so häßlich, dass es wehtut. so häßlich wie ein stinkender müllberg. die erkenntnis war ein schock. ich kannte sowas noch nicht. ich unterhalte mich sehr gerne. mit manchen menschen sogar die ganze nacht durch. über alles. ich höre sehr gerne zu, ich mag es zu erfahren wie jemand tickt, was jemanden interessiert und was nicht, ich mag es die gedanken zu entschlüsseln, und einen gedankenaustausch zu haben. aber wie soll sowas funktionieren, wenn die person so häßlich von innen ist? wenn sie extrem egozentrisch, absolut selbstverliebt, oberflächlich und ignorant ist? am anfang des gesprächs hatte die person noch eine interessante aura, die sich aber je länger das gespräch dauerte, in luft auflöste. als hätte jemand das licht ausgeschaltet und ein fürchterliches biest ist zum vorschein gekommen, oder wie dr. jekyll und mr. hyde. es war gruselig. irgendwann war der punkt erreicht, wo ich gehen musste.

irgendwie ist das seltsam. viele menschen kümmern sich um ihr äußeres. dabei ist das nur eine hülle und vergessen ihr inneres. auf der müllkippe oder so.


Mai 2 2010

ich weiß, dass ich nichts weiß

vor ein paar tagen habe ich im bus ein gespräch aufgeschnappt. zwei studentinnen waren der meinung, dass das abitur ein indiz für intelligenz wäre. ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. noten, abschlüsse, titel etc. sagen nichts über die intelligenz eines menschen aus. abitur oder studium ist angelesenes wissen (mehr oder weniger auswendig gelerntes wissen). was soll das über die intelligenz aussagen? intelligent ist für mich jemand, der warmherzig und gütig ist, sein wissen gerne weitergibt und teilt und ständig dazu lernt und sein wissen erweitert (und nicht angelesenes wissen als sein eigenes wissen ausgibt).

eines der interessantesten und intelligentesten gespräche hatte ich in edinbugh mit einem bagpiper in einem hostel geführt. es ging um philopsophie, kunst, geschichte und die heutige gesellschaft. für ein studium hatte er zu wenig geld und “normale” jobs ödeten ihn an. also spielte er auf der bagpipe (ziemlich gut sogar).

mich beeindrucken studiumabschlüsse oder titel nicht besonders. es gibt unintelligente doktoren oder physiker, wie es unintelligente haupt- oder realschüler gibt. es kommt auf den menschen dahinter an.


Apr 22 2010

berlin vs. münchen

eine frage, die ich mir schon seit längerer zeit stelle, ist folgende: warum mögen berlinliebhaber münchen nicht und münchenfans berlin nicht? denn egal mit wem ich darüber gesprochen habe, jeder mochte die eine stadt nicht, wenn er die andere mochte. warum ist das nur so? gegensätze sollen sich ja angeblich anziehen. ying und yang und so. hier das schmuddelkind berlin, dort das glamoröse münchen. sollte doch eigentlich bestens passen. natürlich werden bei den gesprächen wieder sämtliche vorurteile ausgepackt, die es über berlin und münchen so gibt. die da wären über berlin: styler, noch mehr styler, wichtigtuer, die im café sankt oberholz am rosenthaler platz in ihren macbook pro (oder bald ipad) starren und an ihrem latte macchiato schlürfen. oder aber arbeitslose assis, die die stadtparks bevölkern und nervige neureiche muttis (trophy wives) samt anhang im prenzlauer berg. und über münchen: snobs, styler, schicki-micki, überteuert, oberflächlich und arrogant (nicht die stadt, sondern ihre einwohner).

ich muss gestehen, ich mag münchen nicht besonders. ich weiß nicht woher das kommt, denn ich habe dort nie für eine längere zeit gelebt. münchen ist perfekt für einen urlaub, aber dort leben? nein danke! wie gesagt, die genauen gründe kenne ich nicht. vielleicht muss ich die vorurteilskiste aus dem keller hervorkramen: die stadt wirkt auf mich wie eine sterile filmkulisse (und nichts ist tödlicher für eine stadt, wie eine filmkulisse zu wirken). alles so sauber und ordentlich (jaa, es gibt sicher auch dreckige ecken in münchen, die hab ich aber leider nicht gesehen).  für mich muss eine stadt, wie eine stadt sein – also auch dreckig. ein weiterer punkt ist, dass ich dieses mia-san-mia lebensgefühl nicht mag. das ist aber eher ein bayrisches, als ein münchnerisches problem, da es innovationsfeindlich wirkt. unsympathisch wirken auch die vielen kameras in münchen, die wohl jeden schritt beobachten.

wenn ich münchen nicht besonders mag, muss ich folgerichtig eine berlinliebhaberin sein. richtig! ich bin quasi halbberlinerin (meine mom ist in ostberlin geboren) und habe das preußische daher schon in den genen. das kann also gar nichts mit münchen und mir werden! ich mag das chaotische, verquerte, wilde durcheinander, unperfekte an berlin.  berlin ist häßlich. berlin ist wunderschön. diese gegensätze machen für mich diese stadt wahnsinnig interessant. natürlich nervt berlin auch unglaublich. die hypes beispielsweise, die digitale boheme, die sich dort angeblich niedergelassen haben soll, und die prenzlauer-berg-mamis. aber die sagen auch prenzelberg. klingt fast wie breznberg. ach ja, und wer genug von berlin hat, sollte mal nach friedrichshagen gehen. ein wunderschönes dorf direkt am wunderschönen müggelsee. wenn ich mal alt und weise bin (also im rentenalter), ist berlin-friedrichshagen definitv the place to be!

ich finde diese endlosen diskussionen, welche stadt denn jetzt besser ist, sehr lustig. und vor allem so sinnlos.

apropos (extrem) sinnlos, hier eine pro/contra liste

// berlin

kultur ++++++
preise +++++
park ++++
natur +++
see ++++++

// münchen

kultur +++++ (einen punkt abzug gibts, weil münchen keine museumsinsel, kein martin-gropiusbau und kein c/o berlin hat)
preise ++++++ (kann noch beliebig erweitert werden)
park ++++++ (gegen den englischen garten verliert berlin leider)
natur ++++++
see +++++ (einen punkt abzug gibts, weil es in münchen keinen müggelsee gibt)

man erkennt jetzt anhand der liste keine großen unterschiede zwischen münchen und berlin. aber es kommt ja immer auf die details an. und wie gesagt, ich kann es rational nicht erklären warum ich münchen nicht mag. ist eher so ein bauchgefühl. und vielleicht von wegen preußin und so…