unrechtsstaat.
ich rege mich eigentlich kaum über etwas auf. es gibt aber ein paar dinge, die mich auf die palme bringen. ungerechtigkeiten beispielsweise ist etwas, was ich hasse wie die pest, daher rege ich mich gerne darüber auf. noch mehr rege ich mich auf, wenn jemand ungerechtigkeiten abstreitet, obwohl sie offensichtlich vorhanden waren. das ist zum beispiel bei denjenigen der fall, die abstreiten, dass die ddr ein unrechtsstaat war. ich frage mich, wo diese leute gelebt haben. ich meine, es streitet auch niemand, der einen funken verstand hat, ab, dass deutschland unter hitler eine diktatur war. da gibts absolut nichts dran zu rütteln. und dennoch - die ddr war “kein unrechtsstaat” (hallooo herr sellering, halloooo frau schwan??)
nee, ist klar. war sie nicht. die menschen- und bürgerrechte waren ja allesamt vorhanden. die gewaltenteilung völlig intakt, die justiz war absolut unabhängig, freiheit war für jeden zum greifen nahe. todesschüsse an der mauer gab es auch nicht, die wahlen waren auch frei, die stasi gab es auch nicht und die ddr war ein friedlicher rechtsstaat. das hätte jemand mal meiner großtante und meinem großonkel erzählen sollen, als sie in ostberlin regelmäßig von der stasi verhöhrt und verhaftet wurden. es ist alles gut. die ddr sorgt für euch und will auch nur euer bestes. (ich möchte übrigens nicht wissen, wie dick die akten der verwandschaft ist. aber das steht noch auf meiner to-do liste; der birthler-behörde einen besuch abzustatten.)
absolut unverständlich ist auch, dass sich zwanzig jahre nach dem mauerfall laut einer forsa-umfrage jeder neunte deutsche die mauer zurückwünscht. halloooo? geht’s noch?? das macht mich sprach- und fassungslos. das kann doch alles nicht wahr sein.
ich verstehe mein land nicht (mehr).









