sex (still) sells

gestern spätvorstellung: the wolf man. der film ist ein remake des gleichnamigen klassikers von 1941. benicio del toro spielt den wolfmenschen und anthony hopkins den nervigen psychopathischen vater. die geschichte ist schnell erzählt. mann wird von werwolf gebissen. verwandelt sich dann nachts bei vollmond in ein haariges biest, das alles angreift und auffrisst, was ihm vor die schnauze kommt. zwischendrin trifft der mann/werwolf auf eine junge hübsche frau (in diesem fall auf seine schwägerin) und verliebt sich in sie. was natürlich nicht ganz unproblematisch ist.

bei the wolf man und anderen werwolf-filmen geht es natürlich um sex und leidenschaft. wenn der mann seine triebe nicht mehr unterdrücken kann, verwandelt er sich in ein animalisches biest. das war schon bei rotkäppchen so. werwölfe und vampire gehören zusammen wie pech und schwefel. deshalb ist es auch kein zufall, dass nach den vampir-filmen die werwolf-filme folgen.

auch bei vampiren dreht sich alles um sex und triebe. die signalfarbe rot (blut) und der biss/saugen am hals sind wichtige indizien dafür. gut veranschaulicht wird das in der szene von francis ford coppolas bram stoker’s dracula, wo keanu reeves als jonathan harker am boden liegt und monica belucci als vampir an seinen brustwarzen saugt. überhaupt ist bram stoker’s dracula ein sehr sinnlicher film voller sexueller anspielungen.

das absolute gegenteil davon ist twilight. ich muss zugegeben, ich habe weder die bücher noch die filme gesehen. den ersten teil habe ich nicht ganz gesehen, weil er extrem langweilig ist. was ich gesehen habe, hat mir jedoch gereicht. ich kann auch nicht verstehen, warum die romanreihe so erfolgreich ist. vampir trifft auf mädchen. die beiden verlieben sich. es kommt aber nie zum sex. der vampir will sie in den hals beissen, sprich hat lust auf sex, übt sich aber in askese. das mädchen schmeißt sich ihm buchstäblich an den hals und will ihn verführen, was aber nicht so ganz klappt. also soll der biss/sex durch eine hochzeit legitimiert werden.

hier ist sie also wieder, die sittenstrenge und der propagierte triebverzicht. das liegt vielleicht daran, dass die autorin von twilight mormonin ist. aber vampire ohne sex geht halt nicht. den hype um die twilightbücher/filme verstehe ich auch nicht so ganz. aber vielleicht liegt es an den unsicheren zeiten im schatten der krise, dass sich viele nach unsterblicher liebe und schwülstiger romantik sehnen.

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