über jazz.

vor genau einem jahr war ich in hamburg. es war eine schöne zeit und so langsam bekomme ich einen hamburg-blues. aber es war auch nicht alles toll. zum beispiel ein gespräch über jazz, worüber ich heute noch lachen muss und mir wahrscheinlich deshalb so gut im gedächtnis geblieben ist.

ort: eine der zahlreichen szenigen sofaloungebars im schanzenviertel. genauer gesagt irgendwo im schulterblatt.

personen: ein kollege und ich.

er: jazz ist ja total doof und langweilig.
_ich: wieso?
er: naja, ich kann mich nicht so in jazz reinfühlen.
_ich: äh, wie meinst du das?
er: da weiß man nie was einen erwartet. bei jazz gibts ja keinen liedaufbau wie beim pop und man kann da ja auch nicht so mitsingen. das ist alles zu verquert. (es folgte ein längerer poptheorie-diskurs.)
_ich: naja…jazz ist halt nicht pop. obwohl es gibt auch popjazz, aber den finde ich wirklich langweilig.
er: ich finds langweilig. da wird die erwartungshaltung nie erfüllt.
_ich: die improvisation beim jazz ist doch gerade das, was jazz ausmacht. also das die erwartungen nie ganz erfüllt werden können. da muss man sich halt überraschen lassen. und das ist doch gerade das, was interessante musik ausmacht. finde ich.
er: nee, ich hasse überraschungen. ich will immer wissen, was mich erwartet. und da ist pop halt am besten.
_ich: hmmmm…..

im hintergrund lief der song aus dirty dancing und er fing an mitzusummen und wollte mich auf die tanzfläche zerren.

_ich: äh, nee lass mal. ist schon spät und morgen muss ich früher in der redaktion sein….

note: never fall for a (straight) nice looking guy with black hornrims and a cord jacket. they’re really boring as hell!

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