meditation.
lange nichts mehr geschrieben. dafür viel gelesen, das wetter genossen (wenn es denn mal schön war) und viele nette und liebe menschen kennengelernt. schon komisch, dass die meisten von ihnen mit social-media und andere medienhypes nicht viel zu tun haben. facebook ist noch ok, aber sonst? twitter? foursquare? apple? ipad? iphone? blackberry? fehlanzeige. und das ist wunderbar und verdammt erfrischend! mir persönlich geht das ipad und mittlerweile apple ziemlich auf die nerven, aber das ist eine andere geschichte.
anyway. lesen. das könnte bald zum problem werden, denn ich kaufe mir fast jeden tag neue bücher. in der buchhandlung kennt man mich mittlerweile mit dem namen, was mir schon etwas peinlich ist. in letzter zeit habe ich zum beispiel sartre, camus, dostojewski und capote gelesen. das sind alles wunderbare schriftsteller, die alle wundervolle bücher geschrieben haben. ich wünschte, ich hätte bücher von dostojewski schon früher gelesen. schuld und sühne beispielsweise. wie dostojewski das psychogramm eines mörders zeichnet, ist schon unglaublich beeindruckend. wunderbar ist auch, wie er die charaktere und deren von bitterer armut gezeichneten umgebung beschreibt. das ist weltklasse. das muss man nicht unbedingt gelesen haben, aber man kann es. und wenn man es tut, bekommt man gänsehaut und möchte für lange zeit nichts anderes lesen. überhaupt die russische literaur. viel zu lange habe ich sie vernachlässigt. gogol, tolstoi, puschkin. das wird alles nachgeholt. ich weiß auch nicht, warum ich in letzter zeit so ein bedürfnis habe zu lesen. ich habe eigentlich gar keine zeit dafür. meistens lese ich im bus oder tram und ärgere mich, dass ich nicht genügend zeit habe. oder im park. ich könnte stundenlang im park herumliegen und lesen. lesen ist wie meditation. eine lange reise durch das kopfkino.
eine frage, die mich schon länger beschäftigt ist warum ist es eigentlich ok, zu erzählen, welchen film man gerade gesehen hat oder welche musik man gerade gehört hat. aber es grenzt schon an ein no-go zu erzählen, welches buch man gerade gelesen hat und warum man es weiterempfiehlt. liegt es am image vom buch, das nunmal ein älteres medium ist als film oder musik? warum ist das so? wenn person x erzählt, sie hätte den faust gelesen und fand die erzählung gut, dann wird sie doch garantiert schief angeguckt. kann sein, dass ich mich täusche, aber ich befürchte nicht. muss man sich schämen, weil man lieber zu goethe als zu tommy jaud oder cecila ahern greift? man gilt ja schnell als arrogant und überheblich, wenn man über bücher spricht oder schreibt. aber was soll das? ist es weil man sich bei bücher mehr “anstrengen” muss, sich nicht zurücklehnen kann, sondern den kopf einschalten muss? oder woher kommen diese vorbehalte? ich weiß es nicht. ich finde es jedenfalls ziemlich dämlich. für mich haben die drei medien buch, film und musik den gleichen stellenwert. das eine medium je nach laune mal einen höheren als die anderen.
ps: wer sich fürs lesen begeistert, dem empfehle ich, “ich habe einen traum” von ozzy osbourne zu lesen. es ist sehr berührend.