Aug 14 2010

zweite heimat

heimat ist ja ein relativ dehnbarer begriff. ort, an dem man sich sehr wohlfühlt ist vielleicht passender. die wg ist far from being perfect (die wohnung, nicht ihre bewohner), aber ich mag’s trotzdem. die bilder sind es übrigens auch. ich hatte seit einer ewigkeit keine kamera mehr in der hand. es wird zeit, dass zu ändern.

dsc_01481

dsc_01503

dsc_0140

dsc_0136

dsc_0132

dsc_0163


Jul 26 2010

vorfreude

fujisan

via

…ist die schönste freude.


Jul 24 2010

“einfach mal abschalten”

es muss so im oktober oder november vergangenen jahres gewesen sein, als mein altes handy endgültig seinen geist aufgegeben hat. daraufhin habe ich mir ein smartphone, besser gesagt ein blackberry gekauft. damals dachte ich noch, es wäre nicht schlecht ein smartphone zu besitzen. in den ersten wochen war ich sehr oft mit dem handy online. während der busfahrt, an der bushaltestelle, eigentlich fast überall. twitter habe ich auch genutzt, apps installiert und natürlich mails abgerufen. wie praktisch, wenn dauernd das rote lämpchen leuchtet und man weiß, man hat mails bekommen oder wenn ich informiert wurde, wenn neue tweets abgeschickt wurden. am anfang war das ganz großartig. doch etwa nach einem monat habe ich überlegt, “hey stop, brauchst du das überhaupt?”.

nein, ich brauche es nicht. mails können warten, tweets können warten, das internet kann warten. ich muss nicht überall online sein. mittlerweile habe ich alle apps wieder gelöscht – twitter, facebook etc. alles weg. ich bin mit dem smartphone nur noch online, wenn ich unterwegs bin und wissen will wann zug oder bus abfahren. das handy schleppe ich mittlerweile auch nicht mehr mit mir überall herum.

natürlich ist das nur meine subjektive meinung. mag sein, dass andere ohne ein smartphone nicht mehr auskommen, aber das bleibt jedem selbst überlassen und das ist ja auch ok so. ich ärgere mich jedenfalls, dass ich es überhaupt erst angeschafft habe.

das thema on/offline scheint aber auch die medien im sommerloch zu beschäftigen. der spiegel, wirtschaftswoche, nyt sowie der guardian haben darüber berichtet. und auch in blogs ist ein thema. irgendwas muss ja dran sein am offline-sein. das klingt fast so, als ob es ein mythos wäre. eigentlich ist es ja nicht besonders schwer, den stecker zu ziehen.

nur damit keine missverstände aufkommen: ich freue mich zwar, wenn mein handyvertrag ausläuft und bin kein social-media/smartphone fanboi, mag aber ansonsten das internet. ich bin selbst auch gerne online nur nicht länger als unbedingt nötig - das heißt wenn ich unterwegs bin möchte ich offline sein. und keine wertvolle zeit mit twitter-updates oder ähnlichem vergeuden.

und was hat peter lustig schon immer gesagt? - “einfach mal abschalten”. recht hat er.


Jul 22 2010

off.

da ich so weit wie möglich weg will und außerdem einen kulturschock erleben möchte, fliege ich im oktober nach japan. die grobe reise sieht so aus:


Größere Kartenansicht

ein absolutes muss sind kyoto, kamakura, hiroshima, nikko, miyajima, fujisan und tokio. alles andere ist optional.


Jul 14 2010

bulletproof.

seit tagen warte ich auf richtiges laufwetter. entweder war es zu heiß oder zu schwül. heute hat es geregnet, was perfektes laufwetter ist. auch perfekt, um die neuen laufschuhe einzulaufen. zum joggen brauche ich auch ab und zu musik. perfekt hierfür ist bulletproof von morcheeba. ich liebe es, wie der bass und das schlagzeug förmlich explodieren und weiter antreiben. immer weiter.


Jul 4 2010

quäl dich, du sau!

das hat udo bölts bei der tour de france 1997 zu seinem teamkollegen jan ullrich gesagt. damit hat er ullrich angetrieben, eine schwere bergetappe in den vogesen zu überstehen und so die zu tour zu gewinnen.

sport ist eine qual. man muss sich quälen und “dem körper unmissverständlich klar machen, dass die ganze strapaze einen guten grund hat”, wie der schriftsteller haruki murakami in seinem buch “wovon ich rede, wenn ich vom laufen rede” treffend formuliert. man muss den muskeln quasi zeigen, wer das sagen hat.

am schwersten ist das natürlich als anfänger. da haben sie noch die oberhand. ich habe seit ein paar monaten wieder angefangen zu laufen. meine mitbewohnerinnen sind sportcracks und da ist das natürlich sehr einfach sich zu motivieren. am schwierigsten ist es bei hitze zu laufen. man hat eigentlich keine lust. man denkt nur an wasser. man möchte sich am liebsten die kleider vom leib reißen, weil es so unerträglich heiß ist und man dazu sich noch anstrengen muss. wenn man vor dem laufen noch etwas salziges gegessen hat, ist es aus. dann ist es eine endlose qual. natürlich darf man das nicht denken. es geht ja darum, den körper zu bezwingen, dem inneren schweinehund quasi in den hintern zu treten. die qual lohnt sich aber. immer und immer wieder. irgendwann steigert sich die ausdauer, die atemtechnik verfeinert sich und das lauftempo beginnt gleichmäßig zu werden. irgendwann macht es auch sehr viel spaß.

so wie beim “woman’s run” in frankfurt – mein erster lauf in meinem leben. kleine anekdote nebenbei: als gimmick gab es rosa laufshirts von reebok mit der aufschrift “favoritin”. da ich rosa nicht mag, freiwillig kein shirt in dieser farbe anziehen würde und auch kein fan von geschlechterklischees bin, habe ich darauf verzichtet es anzuziehen und habe es meiner schwägerin geschenkt. prompt wurde ich in der umkleidekabine gefragt, warum ich denn ein grünes und nicht das rosafarbene shirt trage.  meine antwort verwunderte zwar, aber ich stehe zu meinen prinzipien.

beim lauf selbst bin ich gestürzt und habe mich am knie verletzt. am knie war eine offene wunde, die vor blut triefte. von laufen konnte jetzt keine rede mehr sein. eher humpeln und irgendwie laufen. ich hatte keine lust mehr, wollte aufgeben und die sanitäter zu mir rufen. doch aufgeben? jetzt? aufgeben ist keine option. also habe ich mich gequält und bin in 42 min. die 5 km-strecke gelaufen. 5km ist nicht viel, aber als anfängerin war das völlig ok für mich. die zeit war auch ok. das ich nicht aufgegeben habe und trotz verletzung ins ziel gekommen bin, macht mich stolz.

die quälerei lohnt sich immer und irgendwann versteht der körper das auch.


Apr 5 2010

could’ve, should’ve, might’ve

“The saddest summary of life contains three descriptions: could have, might have, and should have.”

dieses zitat von unbekannter quelle bringt es auf den punkt. für mich gibt es fast nichts albtraumhafteres, als 70- oder 80-jährige in einem schaukelstuhl auf einer veranda zu sitzen, und  darüber nachzudenken was ich im leben alles hätte machen können. und es zu bereuen, dass ich das was ich schon immer machen wollte, nie getan habe. das leben ist in diesem alter zwar nicht vorbei, aber es mangelt vielleicht an möglichkeiten oder anderem.

warum nicht also jetzt damit anfangen?

da wären:

_den uluru bei sonnenaufgang bestaunen (nicht besteigen, der ist heilig (!) – nur ansehen..)

_grand canyon walk down  (ist laut mitbewohnerin eine tortur, die mehrere stunden dauert, aber daher umso reizvoller ist)

_schreiben können wie sylvia plath (das ist fast unmöglich, but you never know…) eigentlich bin ich nur froh, meine schreibblockade überwunden zu haben.

wie charles bukowski schon gesagt hat – “you don’t try. that’s very important: not to try, either for cadillacs, creation or immortality. you wait, and if nothing happens, you wait some more. it’s like a bug high on the wall. you wait for it to come to you. when it gets close enough you reach out, slap out and kill it. or if you like its looks you make a pet out of it.” – ich habe lange gewartet und habe nun 15 seiten in drei tagen geschrieben. not bad. fühlt sich gut an.

_grenzen austesten – die frage, wie weit kann ich gehen - wie weit kann mein körper gehen, finde ich wahnsinnig spannend. diese grenze werde ich im sommer/herbst testen, da laufe ich bei zwei stadtläufen mit. ich trainiere dafür seit einiger zeit fleißig und werde mit jedem kilometer besser (was gigantisch ist, da ich bisher nicht wusste, das ich sowas wie ausdauer und kondition habe). bald ist auch klettern dran – ich habe höhenangst und will diese endlich mal überwinden.

_neue sachen ausprobieren – yoga und japanisch lernen (ist nicht so schwer, wie ich dachte)

_reisen – die liste ist lang. sehr, sehr lang. hongkong, nepal, kambodscha, cusco, san francsico, teotihuacan, yucata, anchorage, moskau…..you name it. im herbst ist erstmal eine reise nach japan geplant.

es gibt noch so viel zu tun und zu erleben im leben. es ist viel zu kurz, aber das schöne daran ist, dass es an einem selbst liegt das beste daraus zu machen.


Feb 24 2010

über jazz.

vor genau einem jahr war ich in hamburg. es war eine schöne zeit und so langsam bekomme ich einen hamburg-blues. aber es war auch nicht alles toll. zum beispiel ein gespräch über jazz, worüber ich heute noch lachen muss und mir wahrscheinlich deshalb so gut im gedächtnis geblieben ist.

ort: eine der zahlreichen szenigen sofaloungebars im schanzenviertel. genauer gesagt irgendwo im schulterblatt.

personen: ein kollege und ich.

er: jazz ist ja total doof und langweilig.
_ich: wieso?
er: naja, ich kann mich nicht so in jazz reinfühlen.
_ich: äh, wie meinst du das?
er: da weiß man nie was einen erwartet. bei jazz gibts ja keinen liedaufbau wie beim pop und man kann da ja auch nicht so mitsingen. das ist alles zu verquert. (es folgte ein längerer poptheorie-diskurs.)
_ich: naja…jazz ist halt nicht pop. obwohl es gibt auch popjazz, aber den finde ich wirklich langweilig.
er: ich finds langweilig. da wird die erwartungshaltung nie erfüllt.
_ich: die improvisation beim jazz ist doch gerade das, was jazz ausmacht. also das die erwartungen nie ganz erfüllt werden können. da muss man sich halt überraschen lassen. und das ist doch gerade das, was interessante musik ausmacht. finde ich.
er: nee, ich hasse überraschungen. ich will immer wissen, was mich erwartet. und da ist pop halt am besten.
_ich: hmmmm…..

im hintergrund lief der song aus dirty dancing und er fing an mitzusummen und wollte mich auf die tanzfläche zerren.

_ich: äh, nee lass mal. ist schon spät und morgen muss ich früher in der redaktion sein….

note: never fall for a (straight) nice looking guy with black hornrims and a cord jacket. they’re really boring as hell!


Feb 9 2010

2010

2009 war kein schlechtes jahr und die nuller jahre keine schlechte dekade. die zeit geht so wahnsinnig schnell vorüber. wo ist sie nur geblieben? scary. manchmal denke ich, es hat sich nichts geändert und manchmal denke ich das genaue gegenteil. wenn ich zehn jahre zurückblicke, dann kann ich zumindest feststellen, dass ich mich sehr verändert habe. würde mich jetzt gerne mit meinem ich vor zehn jahren mal unterhalten. wäre sicher interessant. aber auch irgendwie blöd, denn vergangenheit ist ja nun mal vergangen. und kann nicht mehr verändert werden. im gegensatz zu der zukunft. die ist spannender, weil man nicht weiß, was kommen wird.

die 2000er jahre lassen sich so grob umschreiben:

ausbildung
studium
diplom
mehrere erlebnisse, die mich bis heute nachhaltig (zum positiven) geprägt haben.

klingt langweilig, aber ist vielleicht gerade deshalb cool.

die nuller jahre sind auch interessant, weil sie so scheinbar uninteressant waren. aus kulturellen gesichtspunkten war dieses jahrzehnt jedenfalls extrem spannend. ich kann keinen lieblingsfilm, buch oder album nennen. ich habe zu viel gesehen, zu viel gelesen und zu viel gehört, um mir das alles merken zu können, was toll und was schlecht war. aber manches hat mich so sehr umgehauen, dass es sich für immer ins gedächtnis eingebrannt hat.

_film:

_requiem for a dream. dieser film ist so verdammt deprimierend. deshalb kann man sich ihn auch nur einmal im jahrzehnt ansehen. ich weiß noch, wie ich völlig verstört aus dem kino getaumelt bin. der plot über den absturz von drogenabhängigen ist schon schlimm genug. aber der score von clint mansell tut sein übriges. er tut weh. und zwar richtig. er passt sich perfekt den kaum zu ertragenden bildern an. je näher der absturz, desto unerträglicher die musik. desto unterträglicher die bilder. darsteller, musik und kamera bilden eine schaurig-schöne einheit, die ich so bisher noch nie gesehen habe. deshalb ist requiem for a dream für mich der eindringlichste film in den 2000er jahren.

_buch

_infinite jest

eigentlich hat das buch hier nix zu suchen, denn es wurde bereits 1996 veröffentlicht. aber damals war mein englisch zu schlecht, um das buch auch nur ansatzweise zu verstehen. aber ich wünschte, ich hätte das infinite jest schon viel früher gelesen. denn: das buch ist gigantisch. in jeglicher hinsicht. über 1000 seiten dick. komplexe sprache. 100 seiten appendix. kurz gesagt, infinite jest ist eine herausforderung. ich habe über 2 jahre gebraucht, um es zu lesen. zwischendurch hatte ich keine lust mehr. war am verzweifeln. letztes jahr habe ich es zu ende gelesen. worum zum teufel geht es in dem buch? welche drogen hat david foster wallace nur beim schreiben eingeschmissen? aber verdammt - es lohnt sich! gesellschaftliche scheinheiligkeiten werden ebenso behandelt, wie konformismus, oberflächlichkeit, drogen, konsum, medien-verdummung, post-moderne oder philosophie. infinite jest ist eine chaotisch, verschwurbelte, verschrobene und völlig durchgeknallte dystopie und ich liebe es!

_musik

_electro-shock blues

es gab in diesem jahrzehnt bessere alben. electro-shock-blues von den eels erschien auch eigentlich nicht in den 2000er jahren, sondern 1998. esist aber trotzdem für mich das beste album in diesem jahrzehnt. im krankenhaus habe ich es rauf und runter gehört. es hat mir sehr geholfen. dafür liebe ich dieses album abgöttisch. auch wegen diesen lyrics:

I don’t know where we’re going
I don’t know what we’ll do

Laying in bed tonight i was thinking
And listening to all the dogs
And the sirens and the shots
And how a careful man tries
To dodge the bullets
While a happy man takes a walk

And maybe it is time to live

– was auch wieder ein schönes motto für die kommenden jahre ist.


Nov 22 2009

back to the roots.

vor ein paar tagen erschien auf spiegel-online ein text von frank schirrmacher über die macht der informationstechnologien und wie sie uns beeinflussen:

Mir scheint, dass viele Leute gerade merken, welchen Preis wir zahlen. Buchstäblich. Ich bin unkonzentriert, vergesslich, und mein Hirn gibt jeder Ablenkung nach. Ich lebe ständig mit dem Gefühl, eine Information zu versäumen oder zu vergessen. Und das Schlimmste: Ich weiß noch nicht einmal, ob das, was ich weiß, wichtig ist oder das, was ich vergessen habe, unwichtig.

so geht es mir auch manchmal. mein kopf kommt auch nicht mehr mit. es ist zuviel. zuviele informationen. zuviele eindrücke, die in mein gehirn einfließen. und es wird jeden tag mehr. wie soll man das alles verarbeiten? ich habe nichts gegen das internet, ich beschäftige mich gern damit und finde es bieten sich schier unendliche möglichkeiten, die das leben erleichtern und bereichern - und trotzdem, es ist stressig. ich merke, dass ich es anstrengend finde längere texte zu lesen. ich bin leichter abgelenkt, weil echofon sich mit neuen tweets meldet oder rssfeeds auftauchen oder ein video zum artikel angeboten wird. komischerweise kann ich mich offline wunderbar konzentrieren, wenn ich längere texte lese. ich habe mit dem gedanken gespielt eine wochenzeitung, die ich seit ca acht jahren abonniert habe, abzubestellen. weil die texte ja eh im internet stehen. aber ich werde sie weiterhin abonnieren. aus dem einfachen grund, weil ich nicht auf die ruhe beim lesen verzichten will. die habe ich auch, wenn ich ein buch lese. da gibts keine tweets oder sonstiges womit man sich ablenken kann. man liest einfach nur und genießt die ruhe.
ruhe, die mir das internet (noch?) nicht bietet.