seit tagen warte ich auf richtiges laufwetter. entweder war es zu heiß oder zu schwül. heute hat es geregnet, was perfektes laufwetter ist. auch perfekt, um die neuen laufschuhe einzulaufen. zum joggen brauche ich auch ab und zu musik. perfekt hierfür ist bulletproof von morcheeba. ich liebe es, wie der bass und das schlagzeug förmlich explodieren und weiter antreiben. immer weiter.
the great thing about banksy is not his art, though it’s still pretty cool. but his attitude. he doesn’t give a fuck what everybody and the media in particular are expecting from him. he still doesn’t show his face in cameras and that’s a pretty rare thing nowadays. andy warhol’s 15 minutes of fame comes in mind. some filmmaker guy wanted to make a movie about banksy. but he wasn’t interested in it, so he used the footage to make the documentary “exit through the giftshop” about the guy and streetart. i think the concept is very interesting and i’m looking forward to watch it in the theatre. it’s not über-underground, it’s mainstream - but mainstream can be artsy too.
vor ein paar tagen erschien auf spiegel-online ein text von frank schirrmacher über die macht der informationstechnologien und wie sie uns beeinflussen:
Mir scheint, dass viele Leute gerade merken, welchen Preis wir zahlen. Buchstäblich. Ich bin unkonzentriert, vergesslich, und mein Hirn gibt jeder Ablenkung nach. Ich lebe ständig mit dem Gefühl, eine Information zu versäumen oder zu vergessen. Und das Schlimmste: Ich weiß noch nicht einmal, ob das, was ich weiß, wichtig ist oder das, was ich vergessen habe, unwichtig.
so geht es mir auch manchmal. mein kopf kommt auch nicht mehr mit. es ist zuviel. zuviele informationen. zuviele eindrücke, die in mein gehirn einfließen. und es wird jeden tag mehr. wie soll man das alles verarbeiten? ich habe nichts gegen das internet, ich beschäftige mich gern damit und finde es bieten sich schier unendliche möglichkeiten, die das leben erleichtern und bereichern - und trotzdem, es ist stressig. ich merke, dass ich es anstrengend finde längere texte zu lesen. ich bin leichter abgelenkt, weil echofon sich mit neuen tweets meldet oder rssfeeds auftauchen oder ein video zum artikel angeboten wird. komischerweise kann ich mich offline wunderbar konzentrieren, wenn ich längere texte lese. ich habe mit dem gedanken gespielt eine wochenzeitung, die ich seit ca acht jahren abonniert habe, abzubestellen. weil die texte ja eh im internet stehen. aber ich werde sie weiterhin abonnieren. aus dem einfachen grund, weil ich nicht auf die ruhe beim lesen verzichten will. die habe ich auch, wenn ich ein buch lese. da gibts keine tweets oder sonstiges womit man sich ablenken kann. man liest einfach nur und genießt die ruhe.
ruhe, die mir das internet (noch?) nicht bietet.
in buchhandlungen gibt es massenweise bücher über pop, hiphop, rock, punk, klassik und jazz. über elektronische musik gibt es so gut wie nichts - obwohl diese musikrichtung nicht neu und auch keine randerscheinung ist. doch es gibt silberstreifen am horizont.
wer wissen will, warum berlin clubhauptstadt ist, was es mit berghain, watergate, bar 25, golden gate, tresor oder dem e-werk auf sich hat, was “handbag-house” ist, warum elektronische musik nie so interessant wie heute war, wie es um die subkultur steht, warum diy und elektro sich gut und clubs und stadtbauplanungen weniger gut verstehen, wie sich die billig-fluggesellschaften auf das berliner nachtleben auswirken, warum im berliner senat der posten clubbeauftragte(r) geschaffen wurde und warum clubs gut für die berliner wirtschaft sind, der sollte zu “lost and sound - berlin, techno und der easyjet” von tobias rapp greifen. ein buch, dass einen sehr guten einblick in die szene liefert und ein liebevolles porträt der hauptstadtkultur ist.
ein anderes gutes buch über elektronische musik ist elektroschock von laurent garnier. der französische dj ist für frankreich das, was sven väth für deutschland ist - eine art techno-übervater. garnier beschreibt die geschichte der elektronischen tanzmusik, angefangen von chicago house bis french touch. er erzählt auch biographische anektdoten von seinen ersten gehversuchen als dj im kinderzimmer und in clubs. elektroschock ist sehr interessant, da es einen sehr guten überblick bietet und den leser quasi mittenrein in die tanzfläche zieht. es ist zwar nicht ganz billig (24,90 €), aber das design, die aufmachung und die typografie- und designspielereien machen das wieder wett. hervorzuheben sind auch die playlists der erwähnten clubs oder produzenten, die garnier praktischerweise detailliert aufgelistet hat.
justice haben samples von daft punk geklaut. die wollen daft punk natürlich wieder zurück haben. um dieses ziel zu erreichen, muss man das daft punk game spielen. leider gibt es nur zwei levels, aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.
ich habe gerade einen artikel über eine studie von britischen forschern gelesen. diese wollen darin herausgefunden haben, dass der musikgeschmack einer person etwas über den charakter aussagt. hörer von jazz- und elektronischer musik gelten z.b. als kreativ und aufgeschlossen, rockmusikhörer als wenig selbstbewusst und sanftmütig. ich weiß nicht, ob man das so pauschal sagen kann. aber meiner meinung nach, ist der musikgeschmack ein guter indikator, ob man auf der gleichen wellenlänge liegt und ob ob man jemanden symphatisch findet.
der französische soziologe pierre bourdieu hat mal gesagt, dass geschmack etwas mit dem milieu zu tun hat, in dem man aufgewachsen ist. sprich geschmack ist abhängig vom bildungsgrad, also auch vom intellekt, kultur oder sozialen beziehungen. da ist sicherlich etwas wahres dran. daraus lässt sich aber noch nicht ableiten, wie genau sich der geschmack von einzelnen personen hat, entwickelt hat.
was heißt überhaupt geschmack? und wer beurteilt ob jemand einen guten oder schlechten geschmack hat? das sind rein subjektive kriterien und haben dementsprechend keine festen regeln. kann man aufgrund des (musik)geschmacks auf den charakter, bzw. persönlichkeit schließen? das ist eine spannende frage, die sich nicht so leicht beantworten lässt.
das ist mein letzter eintrag auf einem twoday-blog. da sich in meinem leben gerade einiges tut und ich eh schon seit längerem mit dem blog umziehen wollte, ist jetzt eine gute gelegenheit dafür. wer wissen will, wo genau sich das blog befindet, kann mir eine mail schreiben (die adresse findet man unter “kontakt”).
in der zwischenzeit, empfehle ich mal in diesem magazin zu blättern. trotz springer ist es mehr als lesenswert.
ich sage schon mal dankeschön und auf wiedersehen.
gestern, während des bücherwälzens zwecks diplomarbeit, lief im hintergrund cnn. als journalist soll man ja informiert sein, was so in der welt vor sich geht. im studio war anderson cooper. der anzug? perfekt. die haltung? noch perfekter. das lächeln? umwerfend. anderson cooper ist der anchorman von cnn und während der primaries zuständig für den “election center”. warum gibt’s hier eigentlich keinen anderson cooper? ein fähiger journalist und zudem unverschämt gut aussehend - was will man mehr? denn wenn im heimischen tv ein anderson cooper klon zu sehen wäre, dann würden wahrscheinlich die einschaltquoten von tagesschau, heute und co. in die höhe schnellen.
anderson cooper ist aber nicht der einzige unterschied, den es zwischen cnn und ard, zdf, rtl und co. gibt. mitten im studio steht ein riesiger screen und cooper fährt mit zwei fingern drüber und plötzlich poppt eine landkarte von texas auf. er fährt mit den fingern weiter, plötzlich sieht man landstriche, deren bevölkerung mit clinton symphatisieren. der finger fährt weiter rechts und hier poppen die obama-landstriche auf - das ganze erinnert etwas an minority report, wo tom cruise ebenfalls vor einem bildschirm steht und mit seinen fingern wild auf dem screen herumwirbelt. auf einmal poppt auf dem riesigen cnn-bildschirm google maps auf und cooper zoomt auf industriell verödete landstriche in ohio. ich habe diesen riesigen bildschirm in hiesigen studios noch nie gesehen (ich schätze mal, der hat ein vermögen gekostet), aber es ist ja nicht das erste mal das die brd hinterherhinkt.
dennoch gibt es natürlich auch hier positives. wahlkämpfe laufen zwar etwas biederer ab, aber der ganze show-glam-glitzer-kram, bleibt dem zuschauer erspart.
muss man über sowas wirklich berichten? das ist eine null-nachricht, die meldung hat absolut null nachrichtenwert. okay, der “celebrity-journalism” oder auf deutsch mit dem wohlklingenden namen “people-journalismus” breitet sich nicht seit gestern wie eine seuche in der hiesigen medienlandschaft aus. aber muss man denn über jeden scheiß berichten? “Es ist komisch. Die Leute bekommen zu sehen, wie ich wirklich bin”, sagte Victoria Beckham. wie denn? eine grenzdebile zicke, die außer extrem-einkaufen keine nennenswerte talente vorzuweisen hat? aber solange nur fleißig weiter über sie berichtet wird, am besten noch mit einer bilderstrecke und video, muss frau beckham sich keine sorgen über ihre shoppingtouren machen. volksverdummung galore!
hochglanzblättchen wie park avenue und vanity fair waren gestern. ab september gibts RICH. ein mag nur für reiche. quasi ein how to spend it nur mit mehr inhalt. wobei man sich über den “inhalt” natürlich auch streiten kann, denn die grenzen zwischen werbung und inhalt dürften schwimmend sein. in zeiten, wo die zwei- oder dreiklassengesellschaft en vogue ist, will man sich zur “luxuselite” bekennen. das steht auch so im claim:
“wer rich liest, kann sich luxus leisten”
“deutschland erstes statusmagazin”
“rich kann man nicht am kiosk kaufen, rich muss man sich verdient haben”
also viel blablabla und nicht allzuviel dahinter. ich kann mir nicht vorstellen, dass ein solches format in der hiesigen medienlandschaft erfolg haben wird.