Aug 21 2010

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sometimes i’m wonderin, when i’ve missed the point in time, when it all became so boring, hypocritical, phony and shallow. it’s all ego, it’s all blahblahblah, it’s all about a theatre with attention-seekers with no real audience, but a prompter (who’s forgotten the text).

just thinking.


Jul 14 2010

on a personal note

_filme oder serien, die meiner meinung nach eine besondere erwähnung verdienen, sind auf meinem filmblog zu finden.

_interessante bücher mit außergewöhnlichem cover findet man auf meinem buchblog.

p.s. das ist der 500. blogeintrag. wenn ich mal alt bin und viel zeit habe, schaue ich mir vielleicht mal
alle einträge an.


Jul 10 2010

philosophenkaiser

marcus aurelius war ein römischer kaiser und philosoph. seine herrschaft über das römische reich dauerte knapp zwanzig jahre. in dieser zeit hat er  meist gegen barbaren (germanen und parther) gekämpft. marcus aurelius oder marc aurel gilt als letzter bedeutender stoiker, so zählen vernunft, gleichmut, innere ruhe und gelassenheit zu seinen obersten geboten. altbundeskanzler helmut schmidt zählt deshalb marcus aurelius zu seinen größten vorbildern. aurelius’ werk “selbstbetrachtungen”, das der kaiser im feldlager geschrieben hat, diente schmidt als ratgeber im zweiten weltkrieg.

zu filmischer berühmtheit kam aurelius unter anderem durch die darstellung des großartigen richard harris in dem film “gladiator”. in einer szene des films, fragt er sich, ob er nach seinem tod der nachwelt als philosoph in erinnerung bleibt.

sein werk “selbstbetrachtungen” dreht sich um seine jugend und ausbidlung und seine philosophische weltanschauung. man könnte natürlich sagen, was interessieren mich die ansichten eines alten mannes, der vor tausenden jahren mal gelebt hat, aber dafür ist sein werk zu mitreissend und zu zeitlos:

Bald - und du hast alles vergessen. Bald - und alles hat dich vergessen.

Tu nicht, als wenn du Tausende von Jahren zu leben hättest. Der Tod schwebt über deinem Haupte. So lange du noch lebst, so lange du noch kannst, sei ein rechtschaffener Mensch.

Übe dich auch in den Dingen, an denen du verzweifelst.

Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern daß man nie beginnen wird, zu leben.

Unser Leben ist das, wozu es unser Denken macht.

Der Tod lächelt uns alle an, das einzige was man machen kann ist zurücklächeln!

Vergiss nicht: Man benötigt nur wenig, um ein glückliches Leben zu führen.

Es ist so leicht, unwillkommene und unliebsame Gedanken zurückzuweisen und schon hat man seine Ruhe wieder.

Die beste Art, sich zu rächen: Nicht Gleiches mit Gleichem vergelten.

Mache dich von deinen Vorurteilen los, und du bist gerettet.

Wenn du dir selber ein Freude machen willst, dann denk an die Vorzüge deiner Mitmenschen.

Wenn du besonders ärgerlich und wütend bis; erinnere dich; daß das Leben nur einen Augenblick währt.

Die beste Art sich zu wehren, ist sich nicht anzugleichen.

Ich habe mich stets gewundert, warum jeder sich selbst am meisten liebt, aber seines Nachbarn Meinung über sich höher schätzt als seine eigene.

ich finde es faszinierend, dass vieles von marcus aurelius gedanken auch heute noch ihre gültigkeit haben. vielleicht ist das so, weil menschen im grunde immer noch dieselben sind oder sich zumindest nicht sehr viel geändert hat im laufe der jahrtausende.


Apr 22 2010

berlin vs. münchen

eine frage, die ich mir schon seit längerer zeit stelle, ist folgende: warum mögen berlinliebhaber münchen nicht und münchenfans berlin nicht? denn egal mit wem ich darüber gesprochen habe, jeder mochte die eine stadt nicht, wenn er die andere mochte. warum ist das nur so? gegensätze sollen sich ja angeblich anziehen. ying und yang und so. hier das schmuddelkind berlin, dort das glamoröse münchen. sollte doch eigentlich bestens passen. natürlich werden bei den gesprächen wieder sämtliche vorurteile ausgepackt, die es über berlin und münchen so gibt. die da wären über berlin: styler, noch mehr styler, wichtigtuer, die im café sankt oberholz am rosenthaler platz in ihren macbook pro (oder bald ipad) starren und an ihrem latte macchiato schlürfen. oder aber arbeitslose assis, die die stadtparks bevölkern und nervige neureiche muttis (trophy wives) samt anhang im prenzlauer berg. und über münchen: snobs, styler, schicki-micki, überteuert, oberflächlich und arrogant (nicht die stadt, sondern ihre einwohner).

ich muss gestehen, ich mag münchen nicht besonders. ich weiß nicht woher das kommt, denn ich habe dort nie für eine längere zeit gelebt. münchen ist perfekt für einen urlaub, aber dort leben? nein danke! wie gesagt, die genauen gründe kenne ich nicht. vielleicht muss ich die vorurteilskiste aus dem keller hervorkramen: die stadt wirkt auf mich wie eine sterile filmkulisse (und nichts ist tödlicher für eine stadt, wie eine filmkulisse zu wirken). alles so sauber und ordentlich (jaa, es gibt sicher auch dreckige ecken in münchen, die hab ich aber leider nicht gesehen).  für mich muss eine stadt, wie eine stadt sein – also auch dreckig. ein weiterer punkt ist, dass ich dieses mia-san-mia lebensgefühl nicht mag. das ist aber eher ein bayrisches, als ein münchnerisches problem, da es innovationsfeindlich wirkt. unsympathisch wirken auch die vielen kameras in münchen, die wohl jeden schritt beobachten.

wenn ich münchen nicht besonders mag, muss ich folgerichtig eine berlinliebhaberin sein. richtig! ich bin quasi halbberlinerin (meine mom ist in ostberlin geboren) und habe das preußische daher schon in den genen. das kann also gar nichts mit münchen und mir werden! ich mag das chaotische, verquerte, wilde durcheinander, unperfekte an berlin.  berlin ist häßlich. berlin ist wunderschön. diese gegensätze machen für mich diese stadt wahnsinnig interessant. natürlich nervt berlin auch unglaublich. die hypes beispielsweise, die digitale boheme, die sich dort angeblich niedergelassen haben soll, und die prenzlauer-berg-mamis. aber die sagen auch prenzelberg. klingt fast wie breznberg. ach ja, und wer genug von berlin hat, sollte mal nach friedrichshagen gehen. ein wunderschönes dorf direkt am wunderschönen müggelsee. wenn ich mal alt und weise bin (also im rentenalter), ist berlin-friedrichshagen definitv the place to be!

ich finde diese endlosen diskussionen, welche stadt denn jetzt besser ist, sehr lustig. und vor allem so sinnlos.

apropos (extrem) sinnlos, hier eine pro/contra liste

// berlin

kultur ++++++
preise +++++
park ++++
natur +++
see ++++++

// münchen

kultur +++++ (einen punkt abzug gibts, weil münchen keine museumsinsel, kein martin-gropiusbau und kein c/o berlin hat)
preise ++++++ (kann noch beliebig erweitert werden)
park ++++++ (gegen den englischen garten verliert berlin leider)
natur ++++++
see +++++ (einen punkt abzug gibts, weil es in münchen keinen müggelsee gibt)

man erkennt jetzt anhand der liste keine großen unterschiede zwischen münchen und berlin. aber es kommt ja immer auf die details an. und wie gesagt, ich kann es rational nicht erklären warum ich münchen nicht mag. ist eher so ein bauchgefühl. und vielleicht von wegen preußin und so…


Apr 8 2010

jammertal

heute beim yoga wurden wir gefragt, für was wir dankbar wären. also nicht gesprächskreismäßig, sondern das sollte jeder für sich selbst beantworten. es könne auch ruhig etwas kleines sein, meinte die lehrerin. für mich persönlich gibt es nichts dankbareres, als am leben zu sein. es gibt nichts schöneres.

in der mittagspause saß ich neben in der tram neben einem älterern mann, dessen  ganzer körper durch einen unfall entstellt war. er hat beim einstieg die fahrgäste gefragt, ob sie ihm beim ausstieg helfen könnten, da er nicht gut aufstehen und laufen könne.

hat natürlich jeder weggeguckt. hatte natürlich niemand zeit. eine meinte, sie würde ja gerne, aber müsste dringend ihre s-bahn am bahnhof erwischen. dabei wären das nur zehn,  maximal dreißig gottverdammte sekunden gewesen. ich habe ihm geholfen, habe ihm auch die krankenhausschuhe fester zugeschnürt, damit er nicht stürzt. ich habe das nicht gemacht, weil ich mich besonders hervortun will (ala ich vs. den rest) sondern weil es für mich selbstverständlich ist.

in der tram haben viele auch gejammert. wir jammern alle gern (ich schließe mich da mit ein) scheiß staat, scheiß steuern, scheiß wetter, scheiß politiker, scheiß nachbar, scheiß bus, scheiß dies, scheiß das. warum eigentlich? geht es uns schlecht? natürlich nicht. jammern ist purer luxus. ich wohne in einer gegend, in der drei supermärkte um die ecke sind, gefühlte hundert apotheken in einem umkreis von 500 metern, sogar ein weinladen befindet sich schräg gegenüber der wohnung (was durchaus seine vorteile hat). dazu kommen noch dutzende kneipen, cafés, bars. und trotzdem. es findet sich immer noch jemand, der jammert. garantiert. zwar läuft vieles nicht rund in diesem land, aber uns geht es gut. schon ein dach über dem kopf ist luxus, saubere straßen, sauberes trinkwasser sind luxus. natürlich interessiert es jemanden, der an der untersten armutsgrenze lebt, nicht wie sich slumbewohner in mumbai über sauberes trinkwasser oder ein dach über dem kopf freuen würden. verstehe ich. würde mich auch nicht interessieren.

und doch. uns geht es verdammt nochmal gut. warum freuen wir uns dann nicht darüber? (wahrscheinlich weil wir uns im permanenten wettkampf, der uns umgibt selbst im weg stehen) jammern wir doch einfach mal weniger. oder führen eine jammerfreie woche ein. jammern ist nur reine zeit- und energieverschwendung. stattdessen mal freuen und in der tram lachen.


Apr 5 2010

could’ve, should’ve, might’ve

“The saddest summary of life contains three descriptions: could have, might have, and should have.”

dieses zitat von unbekannter quelle bringt es auf den punkt. für mich gibt es fast nichts albtraumhafteres, als 70- oder 80-jährige in einem schaukelstuhl auf einer veranda zu sitzen, und  darüber nachzudenken was ich im leben alles hätte machen können. und es zu bereuen, dass ich das was ich schon immer machen wollte, nie getan habe. das leben ist in diesem alter zwar nicht vorbei, aber es mangelt vielleicht an möglichkeiten oder anderem.

warum nicht also jetzt damit anfangen?

da wären:

_den uluru bei sonnenaufgang bestaunen (nicht besteigen, der ist heilig (!) – nur ansehen..)

_grand canyon walk down  (ist laut mitbewohnerin eine tortur, die mehrere stunden dauert, aber daher umso reizvoller ist)

_schreiben können wie sylvia plath (das ist fast unmöglich, but you never know…) eigentlich bin ich nur froh, meine schreibblockade überwunden zu haben.

wie charles bukowski schon gesagt hat – “you don’t try. that’s very important: not to try, either for cadillacs, creation or immortality. you wait, and if nothing happens, you wait some more. it’s like a bug high on the wall. you wait for it to come to you. when it gets close enough you reach out, slap out and kill it. or if you like its looks you make a pet out of it.” – ich habe lange gewartet und habe nun 15 seiten in drei tagen geschrieben. not bad. fühlt sich gut an.

_grenzen austesten – die frage, wie weit kann ich gehen - wie weit kann mein körper gehen, finde ich wahnsinnig spannend. diese grenze werde ich im sommer/herbst testen, da laufe ich bei zwei stadtläufen mit. ich trainiere dafür seit einiger zeit fleißig und werde mit jedem kilometer besser (was gigantisch ist, da ich bisher nicht wusste, das ich sowas wie ausdauer und kondition habe). bald ist auch klettern dran – ich habe höhenangst und will diese endlich mal überwinden.

_neue sachen ausprobieren – yoga und japanisch lernen (ist nicht so schwer, wie ich dachte)

_reisen – die liste ist lang. sehr, sehr lang. hongkong, nepal, kambodscha, cusco, san francsico, teotihuacan, yucata, anchorage, moskau…..you name it. im herbst ist erstmal eine reise nach japan geplant.

es gibt noch so viel zu tun und zu erleben im leben. es ist viel zu kurz, aber das schöne daran ist, dass es an einem selbst liegt das beste daraus zu machen.


Mär 21 2010

luxus

_zeit haben
_ausgiebig frühstücken
_ausschlafen
_ein dach über den kopf haben
_vogelgezwitscher
_sonnenstrahlen
_nicht denken


Feb 27 2010

feed me, feed me, feed me!

das scheint ein kleiner roboter oder sowas in der art meinem gehirn zu sagen. denn ich brauche ständig neuen input. das hat nichts damit zu tun, dass ich mich mit nichts zufrieden gebe. ganz im gegenteil. ich habe auch kein ads oder sonstige psychischen krankheiten. abgesehen von chronischer verpeiltheit und chronischem chaotischsein bin ich kerngesund. mir wird nur schnell langweilig. ich könnte nie ständig musik von einer band oder eines genre hören. das wäre mir viel zu langweilig. genauso ist es mit filmen oder büchern. ich kann mich nicht auf eines beschränken. ich will alles. ich brauche alles. vielleicht hängt es damit zusammen, dass ich viele interessen habe. ich interessiere mich für jeden scheiß. ich fühle mich manchmal, als ob ich ein vampir oder oder wie ein junkie, der einmal angefixt, nie wieder von dem zeug los kommt. ständig muss ich was aufsaugen. informationen, musik, filme, bücher, themengebiete von a-z, einfach jeden scheiß. das soll jetzt kein pseudo-selbstmitleiderregender und selbstdarstellender eintrag ala “ichbinsotollweilichvieleinteressenhabe” sein. mich stört das sehr. aber was kann man dagegen tun? das gehirn lässt sich ja nicht abschalten und irgendwas im körper schreit immer nach etwas neuem, interessanten. ich frage mich, woher das nur kommt.

wie kommen interessen zu stande? wieso interessiert sich der eine für briefmarken sammeln und der andere für pferdewetten? oder der eine für so gut wie alles und der andere fast nichts? wer oder was ist für interessen verantwortlich – das umfeld? der charakter? gene? entwicklung? zufall? interessen haben ja auch etwas mit dem persönlichen geschmack und der persönlichkeit zu tun. und wie der geschmack zustande kommt oder wieso jemand diesen oder jenen geschmack hat, sind andere, aber ähnlich fragen. damit wären wir auch bei der psychologie und soziologie gelandet, die übrigens auch wahnsinnig interessant sind…


Feb 16 2010

push the button.

man muss nur oft genug arschfickenfotzescheißekotze oftgenug in einemsatzschreiben undsämtlichedrogendieesgibtaufzählen und schon wird man reich und berühmt.

aber ist das *heute* noch eine provokation? oder eher sterbenslangweilig?

war nur mal so ein gedanke.


Feb 11 2010

copycat.

helene hegemann hat gesagt, es gäbe keine originalität mehr, nur noch echtheit. das stimmt so nicht. natürlich gibt es originalität, aber echtheit? was ist heute noch echt? also echt echt. nicht unnatürliches echt.

genauso könnte man sagen, es gibt originalität, aber keine individualität mehr. wir sind eine kopie einer kopie einer kopie.

you are not special.
you are not a beautiful or unique snowflake.
you’re the same decaying organic matter as everything else.

sagte schon tyler durden. und der hat ja immer recht. meistens jedenfalls.

selbst wenn man nicht individuell ist oder es aus protest nicht sein will, ist man nicht einzigartig. denn davon gibts ja auch wieder tausende.
man kann sich also anstrengen wie man will. individualität gibt es nicht. ein teufelskreislauf.

bitter. but true.