turnschuhliebe

posted by Kathrin on 2012.03.09, under leben und so.,
09:

für mich gibt es nichts schlimmeres, als einkaufen zu gehen oder shoppen auf neudeutsch. wenn ich genug geld hätte, würde ich einen shopping assistant engagieren, der oder die für mich die sachen einkauft und ich müsste mich um nix kümmern. doch wie es immer so kommt, braucht man manchmal neben neuen klamotten auch neue schuhe. und da ein shopping assistant gerade nicht aufzutreiben war und man keine lust hat zig schuhe anzuprobieren, bestellt man diese im internet. es wäre auch ziemlos sinnlos in sportgeschäfte zu rennen, da ich schon eine bestimmte vorstellung habe, wie die schuhe zu sein haben: eine mischung aus turnschuh und normalen halbschuh, klassisch, aber auch modern, urban. zeitlos. und sie sollten aus keiner massenproduktion stammen, die ihren sitz in fernost hat. kein plastik, sondern leder. da fiel mir zeha berlin wieder ein. schöne schuhe, handarbeit, kein fernost – passt. bestellt und schon nach zwei tagen geliefert. manchmal kann es auch einfach gehen.

lieblingsplatten

posted by Kathrin on 2012.02.23, under lautsprecher.
23:

es gibt sie noch – musik, die den atem raubt, die seele berührt, zu tränen rührt, die alles um einen herum vergessen lässt, glücklich macht, zeitlos und einfach nur schön ist:

father john misty // hollywood forever cemetery

shearwater // you as you were

die großartigen dinosaur jr. dürfen natürlich nicht fehlen

dinosaur jr. // not the same

the cinematic orchestra // life of the bird

jónsi // we bought a zoo

missing

posted by Kathrin on 2012.02.19, under gedanken.
19:

ich vermisse würde. ich vermisse bescheidenheit. ich vermisse richtig gute musik, die zeitlos und mehr ist als nur der letzte hype. ich vermisse unschuld. ich vermisse langsamkeit. ich vermisse zeit. ich vermisse authentizität. ich vermisse den frühling und den sommer. ich vermisse die zeit, als jeder sich noch zeit für etwas genommen hat und nicht immer alles sofort haben musste. ich vermisse richtig gute mode, die nicht von  viel zu dürren models präsentiert wird. ich vermisse vorbilder, die noch vorbilder sind. ich vermisse es, auf dem skateboard zu stehen. ich vermisse das aha-erlebnis beim reisen. ich vermisse altruismus. ich vermisse den ersten tag im jahr, an dem t-shirt tragen wieder möglich ist. ich vermisse freundlichkeit. ich vermisse dankbarkeit. ich vermisse echtheit. ich vermisse idealismus. ich vermisse entschleunigung. ich vermisse unperfektes.

i’ve been staring, i’ve been staring into space
always tired, not a smile, such a waste
i don’t wanna, i don’t want to know

said the people // dinosaur jr.

a trip down to memory lane

posted by Kathrin on 2012.02.13, under kinematografie.
13:

gerade wiederentdeckt und genau wie damals mit 15 von der serie begeistert: “my so-called life”. die serie mit claire danes und jared leto in den hauptrollen handelt zwar von teenagern, aber sie ist dennoch sehr klug, realistisch, authentisch und absolut liebenswürdig – eigenschaften, die heute im entertainmentbereich nicht allzu selbstverständlich sind. das besondere an “my so-called life” ist, dass die serie zeitlos ist und auch heute spielen könnte. als ich die serie wieder gesehen habe, stellte sich sofort ein aha-effekt ein: so sind wir damals auch rumgelaufen, mit solche problemen haben wir uns auch rumgeschlagen. das ist auf der einen seite leicht erschreckend auf der anderen seite auch wieder schön.

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ein anderer grund, warum die serie so toll ist, ist der soundtrack (von sonic youth bis juliana hatfield). da die musik so grandios ist, habe ich mir auch das erste mal seit etwa zehn jahren eine (import)cd bestellt, da der soundtrack bei itunes leider nicht erhältlich ist.

2011

posted by Kathrin on 2012.01.23, under kinematografie., kunst & kultur., lautsprecher.
23:

2011 ist nun auch vorbei ich will auch nicht auf den obligatorischen (medien-)jahresrückblick verzichten, der aber viel zu spät kommt. eigentlich weiß ich auch gar nicht, was ich schreiben soll. wenn ich fb nicht als eine art gedächtnisstützen/listenersatz für gesehenes, gelesenes und gehörtes hätte, würde ich vieles wieder vergessen. blödes kurzzeitgedächtnis.

bester film 2011: ganz klar “drive”. der film mit ryan gosling, (der ähnlich wie tilda swinton, daniel day-lewis und meryl streep einen blumentopf oder einen abfallkorb spielen könnte und trotzdem unglaublich gut wäre) begeistert einfach nur. das fängt mit dem phantastischen soundtrack an und hört bei den nebendarstellern auf. in “drive” wird kaum ein wort gewechselt, aber gestik und mimik machen gesprochenes auch völlig überflüssig.  der filmtitel impliziert zwar, es würde sich um einen typischen actionfilm handeln, ist er aber nicht. “drive” ist kein konventioneller (action)film. ein film der an “bullitt” oder “oldboy” erinnert und dann wieder auch nicht. „drive“ ist ein äußerst poetischer neo-noir-film im stil der achtziger jahre. Das melancholische meisterwerk begeistert aber auch, weil regisseur nicolas winding refn neue wege beschreitet und dabei eine großartige hommage an das filmnoir-kino gedreht hat.

dann ist da noch “midnight in paris”, woody allens bester film seit “match point”. daher geht das drehbuch des jahres 2011 an woody allen und “midnight in paris” gehört zur kategorie “filme, die man nie mehr vergisst.  Allen  hat den film gedreht, weil er das kino, den film an sich und paris liebt. Und das merkt der zuschauer in jeder sekunde. „midnight in paris“ ist eine großartige liebeserklärung an das kino, paris, märchen und die romantik. woody allen schafft es, den zuschauer in knapp zwei stunden völlig zu verzaubern und alles vergessen lassen – welcher film schafft so etwas schon?

der liebenswürdigste film 2011 ist „le havre“ von aki kaurismäki. Wie  sehr wäre es wünscheswert, hätte man so zuvorkommende, immer hilfsbereite, selbstlose und immer freundliche nachbarn? Aber so etwas gibt es leider nur im film und das sozialmärchen „le havre“ ist daher eine schöne parabel wie es wäre, wenn alle menschen freundlich und hilfsbereit sind. so bleibt dem zuschauer nur sehnsüchtig zu seufzen und sich zu wünschen, dass der vorhang im kino niemals schließt.

die beste serie 2011 ist „homeland“. claire danes verdient auch den titel beste seriendarstellerin 2011 – grandios wie sie eine jazzliebende, bipolar gestörte cia-agentin spielt, die davon überzeugt ist, dass der gerade aus dem irak befreite kriegsgefangene nicolas brody (damian lewis) in wahrheit für al-qaida arbeitet und einen terroranschlag in den usa plant. „homeland“ ist ein großartiges katz-und-maus-spiel zwischen danes und lewis und eine überaus intelligente serie, die soviel besser ist als jeder kürzlich erschienene polit-film. Die zweite staffel startet im herbst diesen jahres, bis dahin muss man sich leider noch etwas gedulden.

die großartige jessica lange ist immer noch die beste nebendarstellerin 2011 in einer serie (“american horror story”). das haben viele andere ähnlich gesehen und ihr jeden preis, den es zu für das us-fernsehen zu gewinnen gibt, verliehen.

aus  literarischer sicht, war das beste was ich gelesen habe sämtliche bücher von hans fallada. ein großartiger schriftsteller mit beeindruckenden werken (u.a. “jeder stirbt für sich allein”, “der trinker”). dann waren da unter anderem noch christopher isherwood mit seinen “berlin stories”, paul auster (der darf in keinem jahr fehlen), haruki murakamis epos “1q84″ und die gesamtausgabe der “kinder- und hausmärchen” der gebrüder grimm. auf fast 2000 seiten sind nicht nur sämtliche sagen und märchen in platt- und hochdeutsch aufgelistet, sondern es wird auch die herkunft erklärt (was mich am meisten interessiert), was die historische einordnung erleichtert.

dann gibts noch die musik. the boxer rebellion (“the cold still”) und jonsi (sänger von sigur ros) mit dem soundtrack zu “we bought a zoo” liefen 2011 quasi in der dauerschleife im mp3-player. aber auch die alten pearl jam sachen, the cinematic orchestra (von denen es hoffentlich bald ein neues studioalbum gibt), the shins (von denen es bald ein neues album gibt) und miles davis waren dauergast im player.

hitchcock und das horrorhaus

posted by Kathrin on 2011.11.24, under kinematografie., kunst & kultur.
24:

wenn cary grant die wendeltreppe in alfred hitchocks film “suspicion” hinaufsteigt und ein tablett mit einem glas milch für seine kranke frau in der hand hält, ist das erstmal nicht sehr spannend. aber hitchcock wäre nicht hitchock und nicht der “master of suspense”, wenn das milchglas nicht geheimnisvoll leuchten würde. der film ist in schwarz-weiß gedreht, so dass die wirkung umso effektiver ist. hitchcock wusste natürlich genau, warum er das glas so perfekt ausgeleuchtet hat. nicht umsonst gilt die szene als eine der berühmtesten in der filmgeschichte. der zuschauer fragt sich verwundert, “warum leuchtet das glas”?, “ist die milch vergiftet”?, “will cary grant seine frau umbringen”? und das ist suspense auf allerhöchstem niveau. und nur darum ging es hitchcock – den zuschauer zu verwirren. das ist es auch, was suspense von horror unterscheidet. suspense spielt mit der erwartungshaltung der zuschauer, während horror (zumindest plumper horror) das zeigt, was der zuschauer sehen will (von spritzendem blut bis folterszenen). für diese art von effekthascherei braucht man kein besonders gutes drehbuch, nur einen guten visagisten. suspense hingegen, verlangt nach einem guten skript.

die us-amerikanische serie “american horror story” bietet beides und als zuschauer fragt man sich nicht nur einmal, wie die erfinder und drehbuchautoren der serie, ryan murphy und brad falchuk (“nip/tuck”, “glee”), es schaffen, suspense auf sehr hohem niveau von folge zu folge zu erzeugen und den zuschauer zu verwirren. der “horror” im titel ist daher eigentlich auch irreführend, denn in “american horror story” geht es eher um die eigenen dämone, die es zu bekämpfen gilt, als um gore und gemetzel. zum plot: eine familie zieht von boston nach los angeles, um von vorne anzufangen. die frau hatte eine fehlgeburt, der mann betrügt sie und wird von ihr in flagranti erwischt und die tochter ist depressiv. sie ziehen in eine alte villa, die sie spottbillig erworben haben und wie das immer so ist mit alten villen, geht es hier nicht mit rechten dingen zu. das große plus von “american horror story” sind neben dem intelligenten drehbuch, die darsteller. diese sind allesamt großartig – insbesondere die zweifache oscargewinnerin jessica lange als diabolische nachbarin constance (gebt dieser frau bitte alle fernsehpreise, die es zu gewinnen gibt; sie ist brilliant! – edit: lange wurde für den golden globe, screen actors guild award und den satellite award nominiert). was auch auffällt ist die tatsache, dass männer in der serie schwach und die frauen stark sind. männer weinen ständig – beim joggen, beim masturbieren, beim zündeln, beim dekorieren oder morden. frauen sind emanzipiert, sogar das dienstmädchen: “You just need a good cry. That’s what men do – they make you think you’re crazy so they can have their fun. Men find excuses to lock women away, making up diseases like “hysteria” – which comes from the Greek word for uterus. Men are still inventing ways to drive women over the edge.” die charaktere sind vielschichtig und komplex, niemand ist gut oder böse, nichts ist schwarz oder weiß. hitchcock, das scheint sicher, hätte an “american horror story” seine helle freude gehabt.

elektronischer herbst

posted by Kathrin on 2011.10.11, under kinematografie., lautsprecher.,
11:

kaum ist es draußen etwas kälter, quillt verstärkt elektronische musik aus meinen lautsprechern. ich weiß nicht, ob es da einen zusamenhang gibt und warum das so ist. angefangen hat alles mit karin dreijer andersson, der sängerin von fever ray und the knife. ihre stimme erinnert etwas an björk, ist aber dennoch einzigartig, toll und überhaupt großartig. ihr soloprojekt fever ray besticht durch die für skandinavien typische kühle, fast schon mystisch anhauchende elektronische musik, die sich anhört, wie nebelschwaden an einem herbsttag:

fever ray // when i grow up

digitalism habe ich lange nicht mehr gehört. im sommer haben sie ihr zweites album veröffentlicht – höchste zeit also, ismail tuefekci und sänger jens moelle (der immer noch so herrlich schräg und mit heftigem deutschen akzent singt) alias digitalism, wieder mal zu hören:

digitalism // forrest gump

seit ich den film “drive” gesehen habe, bin ich in den soundtrack verliebt. dieser ist sehr an die 80er jahre angelehnt und dementsprechend sind viele synthiesounds zu hören. aber das macht nichts, denn der soundtrack passt perfekt zum film und umgekehrt. die wirklich überragende eröffnungssequenz des films ist mit dem klangteppich von the chromatics unterlegt:

the chromatics // tick of the clock

ebenfalls auf dem soundtrack sind:

college feat. electric youth // a real hero

College Feat. Electric Youth: A Real Hero from Travis Wears on Vimeo.

geschichtsstunde von clint eastwood

posted by Kathrin on 2011.09.21, under kinematografie., kunst & kultur.,
21:

fans der serie “the x-files” und besucher von washington, dc kennen es: das j. edgar hoover building. groß und mächtig und heimat des federal bureau of investigation. j. edgar hoover war gründer und knapp 50 jahre lang direktor des fbi. hoover legte den grundstein für eine zentrale kartei für fingerabdrücke und sorgte dafür, dass die kriminaltechnik beim fbi auf dem neuesten stand war. er nutzte die behörde jedoch auch, um personen der öffentlichkeit, wie charlie chaplin und präsidenten überwachen zu lassen und legte umfangreiche dossiers über seine gegner an.

clint eastwood hat nun das leben des fbi-gründers mit leonardo dicaprio in der titelrolle verfilmt. ich warte auf den film “j. edgar” schon das ganze jahr und bin darauf wahnsinnig gespannt. aber was kann schon schiefgehen, wenn eine (regie)legende und der beste schauspieler seiner generation aufeinandertreffen?

nachtrag: branchengerüchten zufolge, soll clint eastwood demnächst wieder vor der kamera stehen (mit 81 jahren!). das letzte mal war er in “gran torino” zu sehen und eigentlich sollte das seine letzte rolle gewesen sein. this would be too good to be true!

perfect darkness

posted by Kathrin on 2011.09.16, under kunst & kultur., lautsprecher.,
16:

das londoner indielabel ninja tune hat, ähnlich wie sub pop, eine fülle an erstklassigen künstlern, beispielsweise bonobo, the cinematic orchestra, the rainstick orchestra, amon tobin und fink. fink ist großartig und hat ein neues album herausgebracht. ich weiß bis heute nicht, wie er er schafft, sich von album zu album weiterzuentwickeln. das ist höchst erstaunlich und löst bei mir regelmäßig begeisterungsstürme aus. im oktober tourt er mit seiner band in deutschland – und zu sagen, dass ich voller vorfreude bin, ist untertrieben.

fink // perfect darkness


fink // berlin sunrise


übrigens auf langen zugfahrten ist finks musik besonders toll. mit keiner anderen musik lässt es sich besser träumen.

leinwandgötter (1)

posted by Kathrin on 2011.08.18, under kinematografie., kunst & kultur.
18:

was wären filme nur ohne schauspieler, die einen durch ihre darstellungskunst mitreißen, umhauen und berühren? leinwandgötter, die im filmolymp angekommen sind und dadurch irgendwie unsterblich geworden sind.



zu den leinwandgöttern zählt ohne frage, die schottin tilda swinton. denn swinton (genau wie meryl streep!), könnte einen blumentopf spielen und der film wäre trotzdem großartig und würde vermulich etliche preise gewinnen. sie ist eine extrem wandlungsfähige und absolut glaubwürdige schauspielerin – und das will schon etwas heißen in zeiten von megan fox und co. unvergessen sind die szenen in michael clayton, wo sie eine karrieregeile und skrupellose konzernvertreterin spielt, die vor jeder verhandlung im hotelzimmer ihre rede so lange wiederholt, bis sie sitzt oder auf die toilette verschwindet, um ihre von achselschweiß durchnässte polyesterbluse zu säubern. oder die szenen in julia, wo sie eine lügende alkoholikerin spielt, die das reiche kind ihrer armen nachbarin kidnappt und irgendwann später nach einer verfolgungsjagd durch die wüste in mexiko landet. oder aber wie sie in broken flowers als “white trash” im karohemd und gummistiefeln bill murray die tür aufmacht, als er sie nach seinem sohn ausfragen will.

nachdem man fast alle filme mit swinton gesehen, kommt man zu dem schluss, dass diese frau alles spielen und in jeder rolle überzeugend ist. man fragt sich auch nicht nur einmal, wie sie das macht.



man könnte die schauspielerin mit vier as beschreiben: androgyn, alabasterhaut, aristokratin, arthouse-ikone. bemerkenswert ist, dass sie ihren eigenen stil hat, nie mit makeup herumläuft (oder zumindest nie mit makeup fotografiert wird) und überhaupt von einem anderen stern zu sein scheint. das erklärt vielleicht, warum sie nicht übber rote teppiche läuft, sondern fast darüber schwebt. so unkoventionell ihr kleidungsstil und ihre äußere erscheinung ist, so unkonventionell ist auch ihr privatleben, denn sie hat eine dreiecksbeziehung mit mann und jüngerem freund: “es braucht einige ungewöhnliche männer, damit eine situation wie diese klappt.”

bald läuft swintons neuester film we need to talk about kevin in den kinos an und es ist sehr wahrscheinlich, dass sie auch in diesem film wieder überzeugt und die kritiker erneut lobeshymnen schreiben. verdient hat sie es auf jeden fall.

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